Die Geschichte von Falstad

Das Hauptgebäude in Falstad wurde 1921 gebaut und diente als Sonderschule (Internat). 1941 wurde die Anlage von der deutschen Besatzungsmacht übernommen und zum „SS Strafgefangenenlager Falstad” umgebaut, dem zweitgrößten Gefangenenlager in Norwegen. Ungefähr 4.500 Menschen aus sechzehn Ländern waren hier zwischen 1941 und 1945 inhaftiert. Die Mehrzahl der Gefangenen waren norwegische politische Gefangene. Aber auch norwegische Juden und osteuropäische Gefangene zählten zu den Inhaftierten von Falstad. Für viele der Gefangenen war Falstad eine Zwischenstation auf dem Weg nach Grini oder zu den Konzentrationslagern in Deutschland.

1942 war Falstad das Transitlager für norwegische Juden auf ihrem Weg nach Auschwitz-Birkenau.

Nach der Befreiung wurde Falstad als Zwangsarbeiterlager und Gefängnis im Rahmen der Landesverratsprozesse benutzt, bevor die Anlage von 1951 bis 1992 als Sonderschule diente.

Die Hinrichtungsstätte Falstadskogen, die einen Kilometer südlich des Gebäudes liegt, ist heute eine nationale Gedenkstätte und ein Kriegsfriedhof. Hier wurden 1942 bis 1943 fast dreihundert Gefangene hingerichtet. Die meisten der hingerichteten Gefangenen waren Osteuropäer.

Das Falstad-Zentrum wurde 2000 gegründet und öffnete im Jahre 2006 seine Türen für das Publikum.

Falstad – layers of history. Photo: The Falstad Centre / Ingeborg Hjorth.
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